Sonntag, 30. Juni 2019

Für Michael - Trolle bitte nicht füttern.

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Es gibt durchaus Sinnvolleres, als seine Zeit mit Gedanken über geistige Tiefflieger zu verschwenden. Auch wenn Temperaturen von weit über 30 Grad im Schatten einem die Synapsen etwas durcheinander bringen, sollte man versuchen einen kühlen Kopf zu behalten und emotional gelassen bleiben.

Denn in gewissen Situationen ist es einfach weitaus angebrachter, einfach klug seine Fresse zu halten. Insbesondere dann, wenn bei den Empfängern zu erwarten ist, dass die geistige Leistungsfähigkeit eher dem eines Knäckebrots entspricht. Eine Kirsche braucht mindestens einen IQ von 4, um vom Baum zu fallen. Also was soll die ganze Aufregung um Personen, für die sich eigentlich keine Sau interessiert.

In der Politik ist es durchaus üblich, von den eigenen inneren Problemen abzulenken, in dem man den Fokus auf den Nachbarn lenkt. Da wird dann auch ohne Grund ein Krieg vom Zaun gebrochen und mit heroischer Stimme verkündet: "Seit 5:45 Uhr wird zurückgeschossen." In den sozialen Medien nennt man das dann einen Shitstorm und gleicht dabei eher einem Taifun gefangen im Wasserglas. Sicher ist nur eins. Gewinnen werden immer nur die Hersteller der Waffen oder beim Shitstorm Facebook.

Diese Woche musste ich von einem Kollegen in einem Ticket folgenden Satz lesen:
"Das ist eine Frechheit und grenzt an Arbeitsverweigerung!"
Um den kompletten Zusammenhang zu verstehen, müsste ich den kompletten Fall wiedergeben. Das spare ich mir hier. Der Schreiber hat diesen Satz gesichert aus einer starken emotionalen Erregung heraus geschrieben. Auf seine Provokation hätte ich mit dieser antworten können:
"Das schwarze sind die Buchstaben und zusammengenommen ergeben Sie auch einen Sinn!"
Habe ich aber nicht. Es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass es dann zur Eskalation gekommen wäre. Ich habe die Provokation einfach im Raum stehen lassen und sachlich darauf reagiert. Und da der Kollege sich nicht einsichtig zeigte, habe ich die Angelegenheit an einen Schlichter weitergeben und mir damit nicht den Tag versaut.
"Wer schreit hat Unrecht!"
In der Ruhe liegt die Kraft. Auch wenn es manchmal einem Schwer fällt, gelassen zu reagieren. Natürlich kann man auch mal einen raus hauen. Nur sollte man genau wissen wann, welche Reaktionen man zu erwarten hat und welche Konsequenzen man selbst zu tragen hat. Sie zu sehr mit den Fehlern anderer zu befassen bedeutet auch immer, dass man sich viel zu wenig mit sich selbst befasst. Und das wirft nicht unbedingt ein gutes Licht auf einen Selbst.

Mein Tipp zum Ende der schon am Anfang steht: Trolle bitte nicht füttern.

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